Mannheimer Morgen 11. M�rz 2009

 

Prozess: Lehrer k�mpft um Ausgleich f�r Verdienstausfall

 

Landgericht muss Haftung kl�ren

 

Karlsruhe. Ein als linksextrem eingestufter Lehrer streitet seit gestern vor dem Karlsruher Landgericht um entgangenes Gehalt. Das Land Baden-W�rttemberg hatte ihm trotz fachlicher Eignung zun�chst die Beamtenlaufbahn verwehrt. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim stufte 2007 ein Berufsverbot als grundrechtswidrig ein. "Wir gehen dem Grunde nach von einer Haftung des Landes aus", sagte der Richter des Landgerichts. Zu diskutieren sei nun die Frage, ob das Land dem 38-J�hrigen "schuldhaft" die Besch�ftigung als Lehrer verweigert habe. Au�erdem gehe es um die H�he der Entsch�digung. Der Kl�ger hatte sich in der "antifaschistischen Initiative Heidelberg" engagiert, die der Verfassungsschutz beobachtet.

Sollte dem P�dagogen seine Lehrert�tigkeit "vorwerfbar" verweigert worden sein, m�sste das Land Schadensersatz leisten. Das Gericht hatte in einer G�teverhandlung die Amtshaftungspflicht des Landes bereits bejaht. Der VGH hatte die Aufhebung des Berufsverbotes unter anderem mit "Fehlern bei der Sachverhaltsaufkl�rung" begr�ndet. So habe der Lehrer sein Referendariat ohne Beanstandungen absolviert, was bei der Verh�ngung des Berufsverbotes aber nicht "hinreichend" ber�cksichtigt worden sei.

Bei der Frage nach der H�he von Entsch�digungszahlungen geht es um den Zeitraum nach dem Februar 2004, als der P�dagoge nach seinem Referendariat erstmals h�tte eingestellt werden k�nnen. Seit September 2007 unterrichtet er an einer Realschule in Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis). lsw